Exildiscount. A boy named Drew. Tanzmusik und Sounddesign aus Berlin.

A guy named Drew. Tanzmusik und Sounddesign aus Berlin.



Alternative House/Techno. Indie Rock. Fancy Pop.

Soundlogos. Sounddesign. Filmmusik.



Booking contact: exildiscount@arcor.de


Montag, 30. Dezember 2013

Jahresendzeitfazit: Alben 2013

Ich muss gestehen, 2013 war ich mitunter so sehr mit dem Komponieren eigener Musik beschäftigt, dass ich von der musikalischen Außenwelt phasenweise überhaupt nichts mitbekommen habe. Nichtsdestotrotz hat mir dieses Jahr so einige Meisterwerke präsentiert. Und das aus den unterschiedlichsten Richtungen.




#13: Suede – Bloodsports

Ein wirkliches Meisterwerk ist Bloodsports vielleicht nicht unbedingt. Aber es macht mich glücklich. Suede haben nicht versucht sich neu zu erfinden und sind dabei nicht gescheitert. Manche mögen es schade finden, dass die Band nach so vielen Jahren einfach nur nach der eigenen Vergangenheit klingt. Aber für mich klingen sie wie Suede zu einem Zeitpunkt, als sie Musik gemacht haben, die mir sehr gefällt. Brett Anderson stolziert auch hier akustisch wie der Gockel mit den buntesten Federn durch die Lieder. Und auch wenn sie vielleicht nicht ganz so schön glitzern wie in ihren schönsten Momenten, schmücken sie ihn doch noch ganz gut. Findet Herr Anderson selbst offensichtlich auch, wenn man sich so seine Live-Performance ansieht. Trotzdem: Ich finde, der darf das. Sich selbst toll finden und so weiter, das gönne ich ihm. Außerdem war es ja auch irgendwie gemein von David Bowie, genau an dem Tag der Veröffentlichung der Vorabsingle Barriers Geburtstag zu haben und seinerseits völlig überraschend ein neues Lied rauszuhauen.




#12: Moderat – II

Modeselektor einzeln können mich in den letzten Jahren irgendwie nicht mehr so richtig begeistern. Ich finde gerade nicht die passenden Worte, um das genauer zu erläutern, aber nach Hello Mom! haben sie sich entweder in eine Richtung entwickelt, die mich nur noch oberflächlich berührt, oder ihre Musik war nie so richtig meine Sache und es war einfach am Anfang noch irgendwie spannend und dann nicht mehr. Wie auch immer, ich finde, aus der Zusammenarbeit mit Apparat geht etwas sehr Schönes hervor. Ein stellenweise hypnotisierendes, atmosphärisch dichtes Album.


MODERAT - milk from joppippoj on Vimeo.

#11: Jon Hopkins – Immunity

Mit Jon Hopkins habe ich mich bisher noch nicht weiter auseinandersetzen können. Heißt, ich habe keine Ahnung, was er vorher schon für Musik veröffentlicht hat. Eines der Alben, auf die ich eher nebenbei gestoßen bin, als ich gar nicht so richtig das Bewusstsein für Musik von außen hatte. Aber nichtsdestotrotz ist Immunity bis zu mir durchgedrungen und hat sich festgesetzt. Klassisch ausgebildeter Pianist macht jetzt Techno, so viel habe ich aufgegriffen. Und das macht er ziemlich gut. Erinnert mich an eine Mischung aus Moderat, Burial und noch irgendwas... vielleicht Ólafur Arnalds oder Nils Frahm? Clint Mansell? Ich komme gerade nicht mehr drauf. Egal, Immunity spricht eh für sich selbst.


Open Eye Signal - Jon Hopkins from AOIFE MCARDLE on Vimeo.

#10: Velvet Condom – Vanity and Revolt

Zwar "nur" eine Zusammenstellung von Songs aus vergangenen Alben und EPs, aber ich finde, den Platz in meiner Bestenliste haben sich Velvet Condom mit Vanity and Revolt absolut verdient. Ich muss auch gestehen, obwohl ich die Band schon öfter live erlebt hatte und sie mir auch sonst immer wieder und gerne über den Weg lief, hatte ich ihre Musik nie so richtig bewusst wahrgenommen. Kunst braucht eben immer auch den richtigen Moment. Um so schöner, dass ich diesen jetzt endlich erwischt habe. Wahrscheinlich findet die Musik dieser Band auch eher in Szenen statt, die nicht so hundertprozentig meine sind. Bezieht sich dabei klanglich auf eine Kultur, die sich mir einfach nicht so unmittelbar erschließt. Aber als ich die hier vereinten Stücke das erste Mal mit voller Aufmerksamkeit hörte, war ich begeistert. Hier passen Soundästhetik, Arrangement und Songwriting einfach perfekt. Sehr perfekt!




#9: Kool Thing – Kool Thing

Wieder eine Band, über die ich bislang leider noch wenig weiß. Nur, dass ich sie irgendwann bei Ich Bin ein Berliner im SO 36 live erlebt habe und davon sehr angetan war. Ebenso von dem Techno DJ-Set, das Julie Chance auf dem Elektro Floor bei London Calling diesen Monat spielte. Kool Thing haben einen erfrischend eigenen Sound. Und den gibt es jetzt endlich kompakt nachzuhören auf ihrem selbstbetitelten Debut-Album.


"LIGHT GAMES" | Kool Thing from Claire Kurylowski on Vimeo.

#8: John Grant – Pale Green Ghosts

John Grant habe ich am Küchentisch kennengelernt. Es war irgendwann Anfang dieses Jahres, ein Nachmittag. Er war im Radio und ich bei einem späten Frühstück. Und ziemlich schnell begeistert. Was er über Ex-Freunde, Depression und Größenwahn zu singen hat, ist unbedingt hörenswert. Na gut, als Gesamtkunstwerk ist Pale Green Ghosts vielleicht ein bisschen zu inkonsequent und planlos, um uneingeschränkt zu überzeugen. Der Facettenreichtum wirkt dann an manchen Stellen etwas fasrig und bremst so das Album aus. Aber dafür sind die guten Stücke nicht nur gut, sondern nahezu grandios! Finde ich jedenfalls. Und den Background-Gesang von Sinéad O'Connor höre ich auch äußerst gerne!




#7: The Black Angels – Indigo Meadow

Endlich Gitarren!!! Ihr Album Directions To See a Ghost von 2008 konnte mich noch nicht so richtig überzeugen, aber mit den letzten beiden Alben erfüllen The Black Angels so manches meiner musikalischen Psychedelikbedürfnisse. Da es sich hier um so was wie Spartenmusik handelt, die auf ziemlich klar definierten Schienen rollt, muss das Songwriting umso mehr leisten. In gewisser Weise schafft die Band auf Indigo Meadow ähnliches wie Tame Impala letztes Jahr mit ihrem Album Lonerism: ein in sich homogenes Album, das gleichzeitig alt und neu klingt, ohne dass die Harmonie zwischen diesen beiden Attributen auch nur im geringsten in Frage gestellt werden kann.




#6: Black Rebel Motorcycle Club – Specter At The Feast

Noch mehr Gitarren! Und Bass!!! Ich kenne Leute, die mögen BRMC nicht. Oder finden sie langweilig oder belanglos. Ich kenne aber auch Leute, die werden sehr, sehr glücklich, wenn sie die Musik dieser Band hören. Ich freue mich, mich eher in die letzte Kategorie einordnen zu können. Ich wünschte, mir würden gerade nicht so sehr die erklärenden Worte fehlen, was genau mich an dieser Musik bewegt. Aber die Erklärung werde ich wohl bei Bedarf und Gelegenheit nachreichen müssen. Vielleicht ist es aber auch einfach die unaufdringliche Coolness, die die drei nicht nur optisch, sondern auch akustisch ausstrahlen. Für mich klingt es sozusagen ehrlich. Hier wird nicht versucht, unnötig viel Aufmerksamkeit geschweige denn Schwung für einen Hype zu erzeugen. Zwar wirkt die Produktion auf Specter At The Feast auch auf mich glatter als auf jenen Vorgängeralben, die mir bislang besonders am Herzen lagen. Aber von der Glattbügelungsepidemie, die in den letzten Jahren so einige zuvor sehr interessante Bands dahingerafft hat, ist man hier zum Glück meilenweit entfernt. Außerdem war ich dieses Jahr auf meinem allerersten Black Rebel Motorcycle Club Konzert. Und ich glaube, ich werde bei Gelegenheit wieder eines besuchen. Das ist ja eigentlich nicht so meine Art.




#5: Dear Reader – Rivonia

Dear Reader sehe ich mir auch gerne noch mal live an. Cherilyn MacNeil ist nicht nur eine begnadete Songwriterin und Musikerin, es ist auch einfach unbeschreiblich gut für das Wohlbefinden, ihr auf der Bühne zuzusehen. Zwar hat mich Rivonia nicht ganz so sehr begeistern können wie der Vorgänger Idealistic Animals, aber auch so kam ich nicht umhin, dieses Konzeptalbum über einen Teil der Geschichte Südafrikas in meinen Top 5 zu platzieren. Ich wünschte nur, ich hätte die Zeit gefunden, mich ausführlicher mit den Texten und so mit MacNeils Auseinandersetzung mit dem Thema Apartheid zu befassen.




#4: Baths – Obsidian

Jetzt wird's zunehmend seltsam. Die Musik von Baths würde ich gerne als unpopulistische Popmusik beschreiben. Mit Verweigerung hat es nicht direkt etwas zu tun, eher mit Unkonventionalität, die ihrerseits jedoch kein bisschen gekünstelt, sondern in all ihren Details organisch gewachsen zu sein scheint. Trotzdem aber eher aus Plastik als aus Holz. Ein bisschen Stein und Metall hier und da. Würde es nicht so prätentiös klingen, würde ich behaupten, hier wird Schönheit neu definiert. Ein kleines bisschen hat es gedauert, mich darauf einzulassen, aber Obsidian hat mich dieses Jahr auf eine (meist) leise und zurückhaltende Art unbeschreiblich glücklich gemacht.




#3: These New Puritans – Field Of Reeds

Ich gebe es zu: Konventionelles kam beziehungsweise ging mir dieses Jahr nicht besonders nah. Und konventionell waren These New Puritans zum Glück ja noch nie. Die Musikalität, die auf Field Of Reeds aus jeder einzelnen Note tönt, haut mich einfach völlig um. Ein Monument. Vielleicht ist es die natürliche Reaktion meinerseits auf die Vereinnahmung größenwahnsinnig gesinnter "Indie"-Musik durch die werbefinanzierte Popkultur, die mich in die Arme der Verschrobenen treibt. Andererseits fand ich schon immer vor allem das gut, was auf mich einen (subjektiv nachvollziehbar) ehrlichen Eindruck macht. Ein wie auch immer gearteter Inhalt, der sich mir im richtigen Moment nachhaltig erschließt.


These New Puritans - Organ Eternal (Official Video) from PIASGermany on Vimeo.

#2: Son Lux – Lanterns

Fast hätte ich es völlig verpasst, das neue Album von Son Lux. Hätte mich mein Fräulein Liebling nicht auf das Konzert am 14. Januar 2014 hingewiesen, dann wäre ich vielleicht nie auf die Idee gekommen, dass dieser geniale Typ, den ich nur kennengelernt habe, weil sein letztes Werk auf dem grandiosen Label Anticon erschien, etwas Neues veröffentlicht haben könnte. Das kommt wohl davon, wenn man sich vor allem für Musik unterhalb der medialen Oberfläche interessiert, dabei aber zu faul oder unfähig oder beschäftigt ist, um sich regelmäßig auf Pitchfork oder dergleichen zu informieren. Ich hatte dieses Jahr eben viel Glück. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Vielleicht wäre ich mir dessen sehr lange nicht bewusst geworden, aber ohne Lanterns wäre das Glück des Jahres 2013 unvollkommen.


Son Lux - Pyre (Official Music Video) from We Are Films on Vimeo.

#1: The Haxan Cloak – Excavation

Wo wir schon beim Thema Glück angekommen sind: The Haxan Cloak klingen nicht so direkt nach Glück. Vielleicht eher nach Hexenverbrennung und dergleichen. Kann aber auch sehr, sehr glücklich machen, musikalisch gesehen. Mancher jedoch – und das trifft vielleicht nicht nur auf Personen fortgeschrittenen Alters zu – könnte beim Hören der Stücke auf Excavation der Frage zugeneigt sein, was das denn überhaupt mit Musik zu tun habe. Zum Glück ist diese Frage ja spätestens seit John Cage bedeutungslos. Zwar verweigert sich Excavation nicht vollkommen strukturellen Konventionen, es sind aber nicht die Andeutungen musikalischer Inhalte, die das Album in meinen Ohren zum besten des Jahres machen. Excavation ist ein Sound-Monster, das mir so nahe kommt wie es kaum ein anderes Album schafft. Ich möchte auf ewig damit kuscheln.


Freitag, 29. November 2013

So etwas wie ein Konzertbericht, kritisch. Placebo in der O2 Arena Berlin.

Es ist ja grundlegend erst mal eine gute Sache, dass sich Dinge weiterentwickeln. Und Menschen. Finde ich. Und wenn sich irgendwas weiterentwickelt, dann sind manche Menschen enttäuscht und andere wiederum entdecken vielleicht eine ganz neue Begeisterung.

Da sich Dinge und Menschen und Bands verändern und entwickeln, habe ich von dem Placebo-Konzert in der O2 Arena Berlin von vornherein nicht besonders viel erwartet. Ich war einfach nur gespannt, vor allem, weil ich vorher noch nie in dieser Riesenhalle war. Und weil der Umstand, dass ich über die Gästeliste reinkam, mir das Privileg verschaffte, nichts erwarten zu müssen und stattdessen einfach mal nur gespannt sein zu dürfen.

Ich muss sagen, ich bin begeistert, wie anregend dieser Konzertbesuch letztendlich war. Es war alles in allem ziemlich schlimm. Aber bei allem Schlimmsein eben irgendwie auch ganz schön interessant, weil ich, während ich so da saß und immer wieder kopfschüttelnd auf die etwa 80 Meter entfernte Bühne starrte, das Gefühl hatte, etwas zu lernen. Über mich und mein Verhältnis zu Konzerten zum Beispiel.

Ich war noch nie ein besonders großer Konzertfan. Es gibt Bands, die möchte ich unbedingt mindestens ein mal live erleben. Aber meistens gehen mir die vielen Menschen auf die Nerven. Die überteuerten Preise für einen Becher Sprudelwasser und das Stehen und Sichstrecken und Andenköpfennochgrößerermenschenvorbeischielen. Deshalb habe ich mich fast ein bisschen über den Sitzplatz im unteren Rang der Telefonanbietermehrzweckhalle gefreut. Aber die O2 Arena ist einfach ein wirklich schlimmer Ort. Ich hatte es nicht anders erwartet. Aber wenn in den Pausen das Saallicht hochgedimmt wird und einmal um den gesamten Zuschauerraum herum die LED-Bande ihre hässlichen Werbebotschaften in die Gehirne der Massen zu hämmern versucht, dann kommt das meiner Vorstellung von der Hölle schon sehr nahe. Ich würde fast sagen, so ein Konzertabend ist in den kurzen Momenten zwischen Werbeblock und Konzertbeginn am schönsten.

Die O2 Arena in ihrem wahrscheinlich schönsten Moment.
Natürlich ist das alles Geschmackssache. Und Bombast und Massenevents sind nicht meine Art von Glück, beim Großteil der anderen zehn- oder sonstwastausend Gäste scheint es aber anders zu sein. Und wenn in ein paar Jahrzehnten die Senioren auf ihren Seniorenpartys ihre Volksmusik hören wollen, dann wird das wahrscheinlich eher die Art von Musik sein, die einst in riesigen Mehrzweckarenen aus den Lautsprechern dröhnte und nicht in irgendeinem halblegalen Kellerclub.

Als ich das erste Mal auf Brian Molko traf, saß ich in meinem damaligen katholischen Gymnasium im Klassenzimmer - und hielt ihn erst mal für Claire Danes, wie er mich so von dem NME-Poster an der Schranktür anlächelte. In den Jahren darauf lernte ich ihn und seine Band dann noch ein bisschen besser kennen. Vor allem, als dann das Album Without You I'm Nothing rauskam und mich mit seiner Mischung aus Arroganz und Depression so richtig umblies. So, dachte ich damals, müsste es sich wahrscheinlich anhören, wenn sich Kokain und Heroin die Waage halten. Drogen sind natürlich keine gute Sache und so. Aber die Stimmung auf Without You I'm Nothing war schon wirklich einzigartig. Und verdammt intensiv.

Ich mag es, wenn Musik und Filme und Bücher oder sonstwas mich so richtig umhauen. In alle möglichen Richtungen. Ich finde auch Glück darin, wenn mich etwas erst mal deprimiert. Wenn es mir denn etwas sagt. Placebo sagten mir mit ihrer Musik irgendwann nicht mehr so viel. Black Market Music ging noch ganz gut, aber Sleeping With Ghosts hat mich einfach nur kalt gelassen. Unangenehm kalt. So spätherbst-nasskalt quasi. Hat mich so gar nicht abgeholt, würde Nena sagen. Bei Meds flackerte tatsächlich noch mal so etwas wie Begeisterung auf, aber ab Battle for the Sun habe ich es endgültig aufgegeben. Placebo und ich, wir haben uns weiterentwickelt, so was passiert. Täglich. In Millionen Haushalten. Und vorm Scheidungsrichter kreuzen sich ein letztes Mal die Wege.

Wie gesagt, Weiterentwicklung ist okay, und ich habe nichts von dem Konzert erwartet. Es ist okay, dass Placebo den Erfolg haben, den sie haben, mit einer Musik, die mich meistens einfach nur langweilt. Stadionrock ist schon okay. Für die, die Stadionrock mögen, und das sind ja immerhin ganze Stadien! Aber es gibt da ein paar Dinge, die mich schon irgendwie ein bisschen wirklich ärgern.

Im Zuge ihrer Weiterentwicklung hatten Placebo sich ja von ihrem alten Trommel-Steve getrennt und stattdessen einen neuen Trommel-Steve engagiert. Ich habe auch gar nichts gegen den neuen Trommel-Steve, aber haben sie keinen Trommel-Steve mit mehr Gefühl finden können? Vor allem bei den älteren Stücken wurde deutlich, dass der Neue mit Dynamik nicht viel am Hut hat. Die Snare Drum war durch sein Gedresche einfach nur überrepräsentiert. Ich bin kein Freund von Früherwarallesbesser und so, aber bestimmte Lieder haben eben bestimmte Stimmungen, und wenn man es nicht schafft, diese Stimmungen nach Jahren zu reproduzieren, dann sollte man doch besser die Gegebenheiten akzeptieren und es nicht weiter versuchen.

Fairness halber muss ich gestehen, dass der neue Trommel-Steve nicht allein für diesen Ärger verantwortlich zu machen ist. Auch Brian Molko scheint nicht mehr wirklich hinter seinen alten Songs zu stehen. Teenage Angst zum Beispiel wurde irgendwie in eine platte Hymne verwandelt. Und im Schatten des viel zu bunten und viel zu grellen Lichts war es nur noch eine Persiflage seiner selbst.

Das alles sind natürlich sehr subjektive Eindrücke. Ich hab's ja auch gesehen. Zwar sah die Masse der Besucher nicht wirklich übermäßig begeistert aus, aber wenn ich mich umgesehen habe, sah ich überall das eine oder andere glückliche Gesicht an einem Kopf am oberen Ende eines zufrieden mitschunkelnden Konzertbesucherkörpers. Zum Schluss möchte ich aber auf generelle Überlegungen eingehen, die mir während des Konzerts durch den Kopf gingen.

Besonders schöner Aspekt der Show: Die Band hat extra Schauspieler engagiert, die mit einem Schattentheater die Bühnenshow unterstützten.

Auch wenn ich ja nicht besonders oft auf Konzerte gehe, meine ich eine Entwicklung auf dem Gebiet der Lichtshow ausmachen zu können. Nicht der Umstand, dass Stadionrock plötzlich viel zu hell und übertrieben effektbeladen beleuchtet wird, das war vielleicht schon immer so. Aber mindestens auf den Konzerten, die ich in den letzten Monaten und Jahren gesehen habe, ging der Trend stark in Richtung Multicolor. Ich meine damit nicht, dass zu einer bestimmten Stelle in einem bestimmten Lied die Bühne in einem riesigen Farborgasmus erstrahlt, sondern dass man mit einer blauen Stimmung anfängt und dann kommt irgendwann noch rot, und grün und gelb und nicht alles auf einmal, aber einfach alles so schrecklich unzusammenhängend. Bin ich denn der einzige, der noch Zusammenhänge auch im Bühnenbild mag? Als ich als Auszubildender und auch noch danach öfter Konzertlicht machte, bewunderte ich auf Konzerten die klaren und durchdachten Lichtkonzepte der Lightdesigner und gab mir Mühe, ihnen so gut wie möglich nachzueifern. Vor allem in der Reduktion liegt doch so viel Kraft, indem man dadurch überhaupt Raum schafft für wirklich wirkungsvolle Effekte. War es einfach nur eine Lichtmode und nachvollziehbare Konzepte sind nicht mehr in? Ich hoffe einfach, dass die mir wirklich wichtigen Künstler in Zukunft immer mit den richtigen Lichtdesignern und Lightoperatoren auf Tour gehen, wenn ich mich entschließe einem ihrer Konzerte beizuwohnen. Bonbonlicht kann nun mal so viel zerstören.

Eine andere Sache waren noch die Bühnenmusiker. Heute Abend hatte ich den Eindruck, dass sie nicht nur dazu da waren, den Gesamtsound aufzufüllen und abzurunden, sondern dass es eigentlich sie waren, die die markanten Instrumentalstimmen spielten, die man eigentlich mit dem Namen Placebo verbindet. Vor allem bei den Stücken aus früheren Alben fiel es auf. Vielleicht finde ich ja die neueren Alben auch deshalb so langweilig, weil Placebo es aus Rücksicht auf die im Dunkeln stehenden Bühnenmusiker möglichst vermeiden, ihre Instrumente auf interessante Weise einzusetzen. Auf jeden Fall wirkt dieses Bild einer Bühne, auf der nur die Hälfte der Musiker ausgeleuchtet ist, weil man ihre Namen kennt, während die dunklere Hälfte irgendwie einen großen, auf jeden Fall aber einen wichtigen Teil der Leistung bringt, auf mich unangenehm arrogant und allürenhaft. Und man hätte sie ja ruhig mal vorstellen können. Einfach mal danke sagen und so. Aber auch das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung.

Samstag, 23. November 2013

Hildesheim Light Night Shopping 2013 - "Tröröö"

Seit 2010 habe ich das wiederkehrende Vergnügen, eine Videoanimation zu vertonen, die alljährlich Ende Oktober im Rahmen des Light Night Shopping-Events in Hildesheim auf eine Fassade projiziert wird.


Light Night Shopping Hildesheim 2013 - Tröröö from Herr Schmidt on Vimeo.

Animation: Thomas Schmidt
Sounddesign & Musik: Exildiscount
Produktion: MediaPlus.X

Freitag, 21. Juni 2013

Proxi Club @ SchwuZ & t*CSD Berlin 2013

Heute Abend: DJ Set @ SchwuZ Berlin. Der Electro Floor gehört eine Nacht lang den grmpf* DJs!

© SchwuZ 2013

Morgen Nachmittag zwischen 14 und ca. 18 Uhr: Transgenialer CSD, DJ Set auf dem Wagen des SchwuZ.
Eine zugegebenermaßen etwas klein geratene Karte mit der Route findet man hier.
In Worten: Der Demonstrationszug startet am Platz der Luftbrücke, zieht dann den Mehringdamm entlang bis zur Gneisenaustr., an der Hasenheide vorbei zum Hermannplatz, biegt von dort in den Kottbusser Damm und endet schließlich am Mariannenplatz. Dort wird es eine Abschlusskundgebung geben, das Straßenfest auf der Oranienstraße fällt dieses Jahr jedoch aus. (Weitere Informationen rund um den Transgenialen CSD gibt es hier.)

Dienstag, 11. Juni 2013

Looking At Things


© Exildiscount 2013

Looking At Things ist ein Track, den ich als Auftragsarbeit für ein Showreel-Video produziert habe. Weitere Infos folgen.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Cloudcast – Exildiskothek März 2013


Cloudcast – Exiltechnothek Februar 2013

Exiltechnothek Februar 2013 by Drew (Exildiscount) on Mixcloud

grmpf*

© S.A.R.A.
© S.A.R.A.

© S.A.R.A.
© S.A.R.A.

Free download! We're In The Water – Deranged (Exildiscount Remix)


Free download! Mont Royal – Jack & Ginger (Exildiscount's Vodka & Ginger Ale Remix)


Gift

Exildisco

Hate Crime

Post Rock

© Sally B.
© Sally B.

London Calling (2010)

© Matthias Hamann 2010
© Matthias Hamann 2010

© Matthias Hamann 2010
© Matthias Hamann 2010

© Matthias Hamann 2010
© Matthias Hamann 2010

London Calling to the faraway towns.

Hildesheim Light Night Shopping 2012 – "Bssst"



Animation: Thomas Schmidt
Sounddesign & Musik: Exildiscount
Produktion: MediaPlus.X

Hildesheim Light NIght Shopping 2011 – "Zzzz"



Animation: Thomas Schmidt
Sounddesign & Musik: Exildiscount
Produktion: MediaPlus.X

Hildesheim Light Night Shopping 2010



Animation: Thomas Schmidt
Sounddesign & Musik: Exildiscount
Produktion: MediaPlus.X

Mein Block

© Shing Chan 2012
© Shing Chan 2012

© Shing Chan 2012
© Shing Chan 2012

© Shing Chan 2012
© Shing Chan 2012

In Bewegung

© Shing Chan 2011
© Shing Chan 2011
















Montag, 20. Mai 2013

About: Drew

Kurz gesagt:

Seine Premiere im Berliner Nachtleben hatte Drew im Jahr 2004 im SchwuZ. Seitdem ist er als DJ zu einem festen Bestandteil vor allem der queeren Szene der Hauptstadt geworden.
Nachdem der stilistische Focus seiner Sets zunächst auf Indie Rock, Brit Pop und dergleichen lag, bringt er seit einigen Jahren auch mit reinen Elektro-Sets die Tanzflächen in Bewegung. Zu ganz besonderen Anlässen legt er jedoch auch Popmusik auf – zum Beispiel auf Filmpartys oder auf privaten Veranstaltungen wie Hochzeitspartys oder Geburtstagen.

Ob nun Rockmusik, elektronische Tanzmusik oder Popmusik, das Auflegen betrachtet Drew als eine Kunstform, die sich unbedingt auch, aber keineswegs ausschließlich als Dienstleistung versteht. Hinter der Arbeit am für diesen Augenblick perfekten DJ-Set steckt der Anspruch, auf die Wünsche und Vorstellungen eines tanzwilligen Publikums einzugehen und gleichzeitig an den richtigen Stellen kleine Überraschungen und Brüche einzuarbeiten. Oberstes Ziel ist die richtige Balance, das heißt: Ein Set sollte in sich harmonisch sein, aber darf auf keinen Fall den Weg des geringsten Widerstandes gehen und in Eintönigkeit verfallen. Außerdem wird der Bezug zwischen aktueller Musik und den Klassikern hergestellt, aus denen sie hervorgegangen ist.

Da er schon seit früher Kindheit selbst Musik macht, produziert Drew seit 2009 mit dem Computer unter dem Pseudonym „Exildiscount‟ auch eigene Tracks. Jenseits elektronischer Tanzmusik und Remixen komponiert Exildiscount auch Werbemelodien und Soundlogos oder vertont Animationsfilme.


Booking contact: exildiscount@arcor.de

 
Soundcloud: exildiscount
Mixcloud: drew_exildiscount